Mein Bücherjahr 2023

Mein Bücherjahr 2023

Jetzt schon im dritten Jahr in schöner Tradition: Mein Bücherjahr – ein Überblick über meinen Lesestoff. Nicht immer vollständig, manchmal bin ich einfach zu faul, aber ich bemühe mich. Nicht nur, weil es für mich selbst eine schöne Erinnerung ist, sondern auch, weil vielleicht für dich der eine oder andere interessante Lesetipp dabei sein könnte. Überwiegend sind es fantastische Bücher, aber ich lese auch gerne Krimis und gelegentlich Belletristik. Eigentlich eine bunte Mischung. Im Dezember bin ich zwecks Weihnachtsgeschenke-Einkauf nach Kreuzberg gefahren und vor allem in der Otherland-Buchhandlung gelandet. Da habe ich mir selber natürlich auch ein oder zwei (oder drei, oder vier) Weihnachtsgeschenke mitbringen müssen (siehe Beitragsfoto). Toller Laden!

Hier kannst du nachgucken, wie mein Bücherjahr in 2022 ausgesehen hat und hier 2021.

Jetzt stürze ich mich aber in neue Lesevergnügen.

 

Januar (Holly Black, Simone Lappert, Maggie Stiefvater, Charlie Jane Anders, Sebastian Stuertz)

 

Holly Black: Book of Night

Charlie Hall has never found a lock she couldn’t pick, a book she couldn’t steal, or a bad decision she wouldn’t make. She’s spent half her life working for gloamists, magicians who manipulate shadows to peer into locked rooms, strangle people in their beds, or worse. Gloamists guard their secrets greedily, creating an underground economy of grimoires. And to rob their fellow magicians, they need Charlie. Now, she’s trying to distance herself from past mistakes, but going straight isn’t easy. Bartending at a dive, she’s still entirely too close to the corrupt underbelly of the Berkshires. Not to mention that her sister Posey is desperate for magic, and that her shadowless and possibly soulless boyfriend has been keeping secrets from her. When a terrible figure from her past returns, Charlie descends back into a maelstrom of murder and lies. Determined to survive, she’s up against a cast of doppelgängers, mercurial billionaires, gloamists, and the people she loves best in the world — all trying to steal a secret that will allow them control of the shadow world and more.

Kommt etwas langsam in die Gänge, fand ich. War dann aber sehr unterhaltsam.

 

Simone Lappert: Der Sprung

Dienstagmorgen in einer mittelgroßen Stadt. Manu, eine junge Frau in Gärtnerkleidung, steht auf dem Dach eines Mietshauses. Sie brüllt, tobt, wirft Gegenstände hinunter, vor die Füße der zahlreichen Schaulustigen, der Presse, der Feuerwehr. Die Polizei geht von einem Suizidversuch aus. Einen Tag und eine Nacht lang hält die Stadt den Atem an. Für Finn, den Fahrradkurier, der sich erst vor kurzem in Manu verliebt hat, bleibt die Zeit stehen. Genau wie für ihre Schwester Astrid, die mitten im Wahlkampf steckt. Den Polizisten Felix, der Manu vom Dach holen soll. Die Schneiderin Maren, die nicht mehr in ihre Wohnung zurückkann. Für sie und sechs andere Menschen, deren Lebenslinien sich mit der von Manu kreuzen, ist danach nichts mehr wie zuvor.

Die Inhaberin meines Lieblingscafés (Buddekaffee) macht nicht nur einen leckeren Cappuccino, sondern ist auch eine begeisterte Leserin. Hin und wieder tauschen wir Bücher und so bekam ich kürzlich dieses in die Hand gedrückt. Wir sind nicht immer einer Meinung über das Gelesene, aber hier schon: klasse. Eine Frau steht auf einem Dach. Springt sie, springt sie nicht, will sie überhaupt springen? Die Menschen, die das miterleben, beeinflusst das auf ganz unterschiedliche Weise. Das Geschehen ist wie ein Stein, einmal ins Wasser geworfen, ziehen sich die Ringe bald über den ganzen Teich. Wir sind alle miteinander verbunden, ob wir das nun wollen, oder nicht. Humorvoll und klug geschrieben, hat mir sehr gut gefallen.

Eine meiner Lieblingsstellen:

“Glaubst du, sie ist verrückt?”

(…) “Wer ist das nicht? (…). Ich meine, wir sitzen hier auf einem zillionenalten Planeten, evolutioniert bis hinter die Ohren, wir trinken Cappuccino und Jägermeister, es gibt kleine, ferngesteuerte Autos, in die man sich hineinsetzen kann, es gibt Fingernägel zum Ankleben und Penispumpen und Schnee und Schaukelstühle, es gibt Kanarienvögel und Drohnenkriege und künstliches Apfelaroma, und dann sind wir trotzdem der Liebe ausgeliefert und dem Wunsch, jemandes großes Glück zu sein, wir sind der Müdigkeit ausgeliefert und den Menschen, die uns zur Welt bringen, und ständig müssen wir gegen unseren Hang zur Trägheit ankämpfen, also wenn du mich fragst, so gesamthaft gesehen, ist das Nichtverrücktsein die eigentliche Anomalie.”

(Simone Lappert: Der Sprung, S.268)

 

Maggie Stiefvater: Greywaren

This is the story of the Lynch family. Niall and Mór escaped their homeland for a new start, and lost themselves in what they found. Declan has grown up as the responsible son, the responsible brother – only to find there is no way for him to keep his family safe. Ronan has always lived on the edge between dreams and waking … but now that edge is gone, and he is falling. Matthew has been the happy child, the brightest beam. But rebellion beckons, because it all feels like an illusion now. This world was not made for such a family – a family with the power to make a world and break it. If they cannot save each other or themselves, we are all doomed.

Teil 3 der Dreamer Trilogy, und ja, 1 und 2 habe ich bereits gelesen, pardon, verschlungen. Hier nun das grandiose, furiose Finale. Ich werde alle Figuren sehr vermissen.

 

Charlie Jane Anders: Victories Greater than Death

Tina has always known her destiny is outside the norm—after all, she is the human clone of the most brilliant alien commander in all the galaxies (even if the rest of the world is still deciding whether aliens exist). But she is tired of waiting for her life to begin. And then it does—and maybe Tina should have been more prepared. At least she has a crew around her that she can trust—and her best friend at her side. Now, they just have to save the world.

Der erste Teil einer Trilogie, der mit dem Heldentum mal ganz anders verfährt. Tina stellt alles in Frage, wofür sie bisher gelebt hat: ist es wirklich so gut/richtig/wichtig, Weltraumkriege zu führen? Flüssig und witzig geschrieben, ein diverses und buntes Leseabenteuer. Passt auch gerade gut, weil das Thema für die phantastischer Montag-Story im Februar nämlich Space Opera ist. Gelesen habe ich dazu bereits Becky Chambers Langer Weg zu einem kleinen zornigen Planeten und einige Bücher von Martha Wells. Jetzt knobele ich an einer eigenen Geschichte rum. Macht Spaß!

Hier noch ein guter TOR-Artikel dazu.

 

Sebastian Stuertz: Da wo sonst das Gehirn ist

Hamburg, Sommer 2019. Alina ist neu an ihrer Schule, aber trotzdem gleich das coole Nerdgirl, denn sie hat eine eigene App programmiert: ein Mini-Social-Network nur für die 13. Klasse. Hätte ein perfekter Einstieg sein können – wäre ihre Mutter nicht gleich nach dem ersten Elternabend mit Herrn Carstensen im Bett gelandet, dem Vater des idiotischen Klassensprechers Corvin. Noch blöder, dass Alina und ihre Mutter, die als Berufs-Clown ihr Geld verdient, kurz darauf aus ihrer WG fliegen. Bei Dad ist kein Platz für sie, der hat noch drei andere Kinder und keine Lust, sich auch noch um Alina zu kümmern. Also muss sie mit Mama bei den Carstensens einziehen, was vollkommener Irrsinn ist: Bei Corvin wohnen Spinnen und Riesentausendfüßler, seine Schwester Nina hat eine zweite Identität, und dann gibt es noch ein weiteres, dunkles Familiengeheimnis, das bald schon alles auf den Kopf stellen wird.

Da war ich allein des Titels wegen schon interessiert, und wurde nicht enttäuscht. Sehr schön, sehr schwarzhumorig und rasant zu lesen. Mit einer überraschenden Wendung im zweiten Teil! Entdeckt habe ich dieses Buch übrigens im Newsletter der Autorin Judith Poznan (eine ehemalige Buchhändlerinarbeitskollegin!), der Kulturspalte. Über Newsletter von Autor*innen bin ich schon an so manches gute Buch geraten.

 

Februar

 

 

to be continued…

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