Der Fluch des Erlkönigs

Der Fluch des Erlkönigs

Finn glaubt nicht an Märchen. Und die Sommerferien hatte der Siebzehnjährige sich anders vorgestellt. Irgendwie cooler. Ganz bestimmt wollte er nicht in diesem öden, regennassen Dörfchen auf dem Land festsitzen.
Doch das neue Projekt seines arbeitsbesessenen Vaters hat Vorrang: ein Wellnesshotel mitten im Nirgendwo. Finns Stiefmutter, eine frustrierte Ex-Schönheitskönigin, spricht den Martinis zu  und Finns kleiner Stiefbruder nervt.
Dann laden ihn zwei schöne, leicht ausgeflippte Schwestern zu einer ganz besonderen Party ein.
In einem efeuumrankten Haus im Wald tanzen junge Elfen, Goblins und Irrlichter. Oder ist es nur eine Maskenparty? Finn amüsiert sich und findet sogar einen Freund. Doch der Spaß ist vorbei, als die Herrin des Hauses auftaucht.
Plötzlich steckt Finn mittendrin in einem alten Märchen. Die Elfen sind gar nicht erfreut darüber, dass Finns Vater das Hotel ausgerechnet in seinem Wald bauen will.
Nicht nur Finn selbst, sondern auch seine Familie und seine neue Liebe sind in großer Gefahr. Wird Finn diese Sommerferien überleben? Oder wird das Märchen ihn nie wieder loslassen?
  • Carola Wolff: Der Fluch des Erlkönigs
  • Gebundene Ausgabe: 300 Seiten
  • Verlag: Fabulus Verlag (1.März 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3944788605
  • ISBN-13: 978-3944788609
  • 16.- Euro
  • empfohlenes Alter: Ab 11 Jahren

 

Tilly Jones bloggt:

„Der Fluch des Erlkönigs“ reitet nicht bei Nacht geschwind an mir vorbei. Er zog mich mit sich in ein Abenteuer voller Magie und Elfen. Voller ungesagter Worte, Misstrauen, Liebe und Freundschaft. Und voller Glauben daran, dass die alten Märchen wirklich wahr sind. Es wäre doch wirklich schade, wenn unsere Welt ohne all die magischen Geschichten auskommen müsste. Oder? Carola Wolff bringt uns den Glauben an Elfen und Feen zurück. Wenn ich das nächste Mal im Wald spazieren gehe, passe ich genau auf, wohin ich trete. Oder auf was. Und Hügel meide ich besser ganz. ^^

 

Leserstimmen aus der Leserunde auf LovelyBooks:

„Unbedingte Leseempfehlung für alle Fantasy-Leser oder Liebhaber alter Geschichten, die eine ganz neue Bedeutung erhalten.“

„Der Fluch des Erlkönigs ist eine wunderbar stimmige Geschichte mit einer Menge fantastischer Elemente, zauberhaften aber auch fiesen Figuren und einem Helden, der eigentlich gar nicht weiß, dass er einer ist.“

„Der Schreibstil ist großartig. Die Seiten fliegen nur so dahin. Ich habe das Buch in einem durch gelesen und es überhaupt nicht bemerkt. Auf einmal war das Buch zu Ende und ich ziemlich traurig. Es steht schon ein weiteres Buch von Wolff auf meiner Wunschliste.“

 

Inspiration

„Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Vater mit seinem Kind.“

So beginnt die Ballade vom Erlkönig.  Der nächtliche Ritt endet tödlich für das Kind, und eine verbreitete Interpretation deutet die unheimlichen Vorfälle als den Fiebertraum eines kranken Jungen. Aber was, wenn es mehr war?
Goethes Inspiration für den Erlkönig war eine dänische Ballade vom Ellerkonge, dem Elfenkönig, und mit den Elfen ist nicht zu spaßen. Sie haben eine lange Tradition im Kindesentführen. Elfen scheinen gerne ihr Blut aufzufrischen, und lassen auch manchmal einen Wechselbalg in der Wiege zurück. Eine Kette aus Gänseblümchen um den Hals des Kindes gelegt, kann helfen, desgleichen ein Hufeisen, über die Wiege genagelt. Elfen fürchten Eisen.
Ein Elfenkönig, der in einem Erlenhain lebt, schöne Töchter hat und sich trotzdem noch einen Menschenknaben als Spielgefährte wünscht. Und als er diesen nicht bekommen kann, bringt er ihn kurzerhand um. Das ist der Erlkönig, zumindest, wenn man Goethe glauben mag. Die Elfen sehen das allerdings ganz anders. Goethes Ballade hat ihren König unsterblich gemacht, aber auch gleichzeitig zu einem Monster. Dabei sind die Menschen selbst die wahren Monster. Sie haben die Elfen aus ihrer alten Heimat vertrieben, einige von ihnen sogar umgebracht. Und nun sind die Elfen schon wieder in Gefahr. Dort, wo ihr Hügel steht, soll ein Wellnesshotel errichtet werden. Höchste Zeit, die wahre Geschichte des Erlkönigs zu erzählen.

 

Die Ballade

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er fasst ihn sicher, er hält ihn warm.
Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? –
Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron’ und Schweif? –
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. –
„Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel’ ich mit dir;
Manch’ bunte Blumen sind an dem Strand,
Meine Mutter hat manch gülden Gewand.“
Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
Was Erlenkönig mir leise verspricht?
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;
In dürren Blättern säuselt der Wind.
„Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
Meine Töchter sollen dich warten schön;
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
Und wiegen und tanzen und singen dich ein.“
Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düstern Ort? –
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh’ es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau.
„Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch’ ich Gewalt.“
Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an!
Erlkönig hat mir ein Leids getan!
Dem Vater grauset’s; er reitet geschwind,
Er hält in Armen das ächzende Kind,
Erreicht den Hof mit Mühe und Not;
In seinen Armen das Kind war tot.
(Johann Wolfgang von Goethe, 1782)