Carola Wolff

Fantasyautorin
Drei Tipps um deine Muse zu finden

Drei Tipps um deine Muse zu finden

Nenne mir, Muse, die Taten des vielgewanderten Mannes, / Welcher so weit geirrt, nach der heiligen Troja Zerstörung.
(Homer, Odyssee)

Musen sind die Schutzgöttinnen der Künste. Zum Beispiel Thalia, die sich um die Komödie und die heitere Poesie kümmert; oder Urania, deren Spezialgebiet die Astronomie ist.

Eine Musenanrufung, wie die oben zitierte von Homer, ist die Bitte des Künstlers um Inspiration, den kreativen Funken, den schöpferische Atemhauch.

Bitte küss mich, Muse.

Aber wie genau funktioniert das? Musst du ein Opfer bringen, ein armes Schwein auf einem Altar schlachten? Lorbeerkränze winden oder Rotwein an heiliger Stätte vergiessen? Nein, keine Angst. Nichts von alledem.

Eigentlich ist es ganz einfach: um deine Muse zu finden, musst du aufhören, sie zu suchen. Oder ihn.

Ich habe z.B. einen Muserich. Er ist ein flatterhafter Bursche. Total uninteressiert, gerade dann, wenn ich ihn am nötigsten brauche. Da kann ich ihn noch so laut anrufen, er geht lieber ein Meerschweinchenrennen veranstalten. Oder Papierflieger basteln, mit Kindern spielen und Eis essen.

Aber ich habe ihn ertappt. Es gibt drei Gelegenheiten, da kann er mir einfach nicht widerstehen:

1. Träumen

Wenn ich ganz planlos vor mich hin träume. Wenn ich in die Wolken gucke, eine Katze kraule, einen Tee trinke. Kein Handy, kein Internet, kein Netflix. Einfach nur Löcher in die Luft starren. Dann wird er neugierig (was macht sie nur?) und schwupps, ist er da.

2. Die Seele füttern

Wenn ich ein Bild betrachte, ein Gedicht lese oder Musik höre. Das mag er ebenfalls. Und plötzlich erinnert mich dieser Songtext dann an jenes Bild, das wiederum passt zu diesem Artikel, den ich neulich las … und schwupps, schon glühen die Synapsen, schon werden Verbindungen hergestellt und eine neue Idee entsteht.

3. Schreiben

Wenn ich meinen Hintern in den Bürostuhl pflanzen und ganz rigoros drauflos schreibe. Egal, ob mir danach ist oder nicht. Egal ob ich eine Idee habe. Egal, ob es noch so viele andere dringende Dinge gibt, die danach schreien, erledigt zu werden. Egal, ob draußen die Welt untergeht. Er steht auf harte Arbeit, auf eine geregelte Arbeitszeit. Er steht total darauf, wenn ich mich selbst und mein Schreiben ernst genug nehmen, um es auch entsprechend zu betreiben.

Also, suche deine Muse nicht, sondern lass dich von ihr finden.

Gib deiner Seele Nahrung, z.B. indem du eine Ausstellung besuchst. Träume völlig hemmungslos in den Tag hinein. Schalte dein Handy ab (oder wenigstens stumm). Lass das ganze Geplapper in deinem Kopf zur Ruhe kommen.
Und vor allem: schreib.

Die Welt braucht Geschichten. Deine Geschichte.
Und deine Muse wartet schon.

PS
Auf dem Bild schmuse ich übrigens mit Lyngx, dem schlauen Raben und Mentor meiner Heldin Apollonia aus Ausgerechnet Muse. Keine Angst, er ist das gewöhnt.

 

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