Carola Wolff

Fantasyautorin
Kein Keks für Leipzig

Kein Keks für Leipzig

Autorinnen und Autoren basteln, backen, malen. Es werden Buttons hergestellt, Schokoladen in Auftrag gegeben und Duschgele mit dem eigenen Buchcover versehen. Es wird viel Zeit und Liebe investiert in Badeschaumgestaltung, Teebeutel und die passende Kerze zum Buch. Von so profanen Dingen wie Lesezeichen und Kugelschreibern wollen wir gar nicht erst anfangen.

Was ist denn da nur los?

Genau: Die Buchmesse Leipzig naht!

Meine Social Media Feeds sind übervoll mit lauter bunten Dingen, auf die sich die Messebesucher freuen können: sprecht euren Lieblingsautor/eure Lieblingsautorin an und ihr bekommt selbstgebackene Kekse!

Achtung, jetzt kommts: Ich bin Autorin und habe keine Goodies dabei. Au weia. Ob man mich überhaupt zur Buchmesse reinlassen wird?

Natürlich mag ich Lesezeichen und Schokolade. Natürlich mache auch ich gelegentlich eine Postkarte zu einem meiner Bücher und, man glaube es kaum, ich habe sogar bunte Visitenkarten.

Aber was da jetzt gerade überall passiert, vor allem die Erwartungshaltung dahinter, das macht mich fix und fertig. Was soll ich denn als Autorin noch alles machen? Nicht nur möglichst täglich präsent sein in den Social Media, meine Homepage und meinen Blog pflegen und Newsletter schreiben, sondern am Besten auch noch vloggen und podcasten, meine Pinterest-Boards aktualisieren und dann natürlich noch basteln und Geschenke machen?

Äh, und wann soll ich schreiben?

Oh, ich höre es schon raunen: warum jammert die so rum, die hats wohl noch nicht kapiert, so was gehört eben dazu, das erwarten die Leser und Leserinnen heutzutage!

Es gibt natürlich Autorinnen und Autoren, die schreiben nicht nur gut, sondern sind außerdem auch noch begnadete Bastler/innen und machen das alles gerne und mit viel Vergnügen. Vor denen ziehe ich meinen Hut.

Aber ganz ehrlich, liebe Leserinnen und Leser: braucht ihr das wirklich? Macht das Shampoo zum Buch die Geschichte besser oder wenigstens interessanter?

Oder brauche ich das als Autorin, damit ihr auf meine Bücher aufmerksam werdet?

Denn dann muss ich wohl umdenken.

Aktuell sitze ich jedenfalls tatsächlich lieber an meinem Schreibtisch (oder im Café) und schreibe an meinem aktuellen Romanprojekt, als dass ich für die Buchmesse z.B. Kekse backe oder Buttons entwerfe.

Ich freue mich wirklich sehr auf Leipzig, auf die Lesungen, Bücher, Vorträge und vor allem auf euch: alle die begeisterten Buchmenschen und Leselustigen. Und wenn ihr mich unterwegs entdecken solltet (ich bin von Freitag bis Sonntag da), bitte, bitte, sprecht mich an, auch wenn ich keinen Keks für euch habe. Denn ich freue mich immer, mit lesebegeisterten Gleichgesinnten z.B. über unser gemeinsames Lieblingsthema zu reden: Bücher.

Und wenn ihr Lust habt, könnt ihr mir bei der Gelegenheit ja mal erzählen, was ihr von dem ganzen Goodies-Rummel haltet und vor allem, was ihr euch tatsächlich von eurer Autorin wünscht.

 

1 comment found

  1. Du sprichst mir aus der Seele! Als Messebesucherin sind mir die Goodies peinlich. Ich gehe durch die Gänge, sehe Schnickschnack und Riesendekoelemente, auch Bücher, hinter dem Tisch hocken vermutlich Autoren, die aber darauf warten, entdeckt zu werden.
    Wenn mir ein Goodie gefallen würde, wäre ich zu abgestoßen, danach zu fragen. Ich hätte das Gefühl, für 15€ ein Buch kaufen zu müssen, um den linken Bleistift zu bekommen.
    Und so weiter, ich will dich nicht zuspammen.
    Hab Freude an der Messe!

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