Edinburgh Book Festival

Edinburgh Book Festival

Wenn die Autorin verreist, dann muss es natürlich nicht unbedingt was mit Büchern sein. Oder Schreiben. Nee, wirklich nicht. Oder, na ja, vielleicht doch? Nur so ein klitzekleines bisschen? Und vor allem dann, wenn es auch noch nach Schottland geht?

Als mir Lieblingsschreibkollegin und beste Freundin Bettina Kerwien einen bunten Ausdruck unter die Nase hielt, konnte ich einfach nicht widerstehen: wir beide auf dem Edinburgh Book Festival!

Jedes Jahr im August verwandelt sich der Charlotte Square in einen Tummelplatz für Autoren und Leser. Rund um den etwas ratlos auf die buchbegeisterten herabblickenden Prinzen Albert auf seinem hohen Ross werden Zelte aufgebaut. In ihnen finden Lesungen und Diskussionen statt, für die Teenys gibt es Hip Hop Poetry, im Teashop leckere Scones mit Erdbeermarmelade, im Bookshop alles, was das Leseherz begehrt und im Spiegelzelt jeden Abend eine bunte Mischung aus Musik und Literatur. Auf dem grünen Rasen stehen Sessel, Tische und Liegestühle, die gerne genutzt wurden zum Ausspannen, Lesen und Warteschlangen bestaunen (nicht nur die Engländer stehen ausgiebig und passioniert an). Für Ian Rankin und Val McDermid ringelte sich die Schlange fast zweimal um den Platz herum. Das Wetter zeigte sich einsichtig und ließ es nur ab und an mal regnen (nur, damit man nicht vergaß, wo man war). Die Atmosphäre war entspannt, neugierig, aufgeschlossen, die Autoren wohltuend unprätentiös.

Und ich schlichtweg begeistert.

Lesungen lauschen, Autoren über ihr Leben und Schreiben reden hören (mit unglaublich viel Enthusiasmus und Freude), dazwischen die Stadt erkunden, die gar nicht so grau ist wie sie auf den ersten Blick wirken mag. Schon gar nicht, wenn gleichzeitig auch das Fringe Festival stattfindet, und an fast jeder Ecke Musiker, Maler und Straßentheater zu bestaunen sind. Zwischendurch blieb auch noch Zeit für einen entspannenden grünen Ausflug in den Royal Botanical Garden, eine Bootstour zur Firth of Forth Bridge und einen Abstecher ins Writers Museum.
Kurzum, es lohnt sich wirklich: Inspiration pur. Ich bin zurückgekommen mit dem Kopf voller Ideen und einem randvollgekritzelten Notizbuch. Ein idealer Autorenurlaub, den ich nur empfehlen kann!

„This is my art, this is my heart.“
(Streetartist at the Fringe)


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