Carola Wolff

Herzgeschichten fürs Kopfkino

Woran ich gerade schreibe

August 2018

Ich habe es tatsächlich geschafft, beim CampNaNo mein monatliches Schreibziel zu erreichen: 10000 Wörter. Das war absichtlich niedrig angesetzt, mit der Idee, jeden Tag 500 Wörter zu schreiben, und Samstag/Sonntag frei zu haben. Das ist nicht mal eine DinA4 Seite, und die habe ich tatsächlich locker hingekriegt.

Und ich habe mich selbst ganz prima ausgetrickst damit. Denn ich konnte einerseits zufrieden sein, mein Soll erfüllt zu haben, und andererseits steckte ich dann meistens so in einer Szene drin, dass ich an dem Punkt gar nicht wieder aufhören wollte, und fleissig weiterschrieb.

Resultat: am Monatsende hatte ich meinen Zielwordcount verdoppelt. Aber nicht nur das, ich bin auch richtig gut wieder ins regelmässige Schreiben reingekommen, was ja auch meine ursprüngliche Idee war. True Blue macht mir jedenfalls riesigen Spaß und ich kann es kaum erwarten, mich wieder ans Schreiben zu setzen.

In diesem Monat werde ich auf alle Fälle beim Manuskript meines Cozy Psychothriller (ich glaube, ich habe ein neues Genre erfunden 🙂 )  Die Ballade vom toten Kind alle bisherigen Probeleserkommentare einarbeiten, und dann wird mein Agent es endlich in die Finger bekommen. Er scharrt schon mit den Hufen, denn er möchte es mit nach Frankfurt zur Buchmesse nehmen. Die ist zwar erst im Oktober, aber vorher muss er ja schon mal lesen, was da auf ihn zukommt. Hoffentlich keine schlaflosen Nächte (hi hi).

Aber zuallererst werde ich eine Woche Urlaub machen, und zwar in Berlin. Radeln, ins Freibad gehen, auschlafen, lesen und vor allem: keine Social Media. ich brauche dirngend eine kleine Pause. Sonst fängt irgendwann mein Hirn an, durchzubrennen.

Und wenn mir so nebenbei am See noch das eine oder andere Detail für meine Wassermann und Nixen Geschichte einfällt, na dann um so besser.

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Juli 2018

Der Juli ist CampNaNo Zeit. Ich bin ein großer Fan des National Novel Writing Month, kurz NaNoWriMo, und meistens im November am Start, wenn es gilt, 50000 Wörter in einem Monat zu schreiben.

In den letzten Jahren sind während dieser Zeit große Teile von Ausgerechnet Muse und Der Fluch des Erlkönigs entstanden.

Aber auch außerhalb des Novembers kann man sich einem Schreibprojekt widmen. Die Camp Zeiten im April und Juli sind frei, man kann selbst wählen, wieviele Wörter oder Seiten man schreiben möchte, ob man überarbeiten oder etwas ganz Neues planen will.

Zusammen mit anderen Autoren kann man sogenante Cabins beziehen und sich gegenseitig unterstützen und motivieren (und z.b. am Campfeuer ganz traditionell Marshmallows rösten).

Ich habe mir 10000 Wörter als Ziel vorgenommen und arbeite jetzt an meinem neuen Jugendfantasyroman, der in der Welt von Rusalkas (Nixen) und Wassermännern spielt: True Blue.

Wenn man sich in eine Rusalka verliebt, sollte man schwimmen können. Oder wenigstens die Luft anhalten. Für eine sehr, sehr lange Zeit.

Ein kleiner Textauszug:

Plötzlich kam wieder Bewegung in Marinus. Er schoß hoch. True versuchte, die Tür zu erreichen, aber er fing sie kurz vorher ab. Diesmal krallten sich seine Finger in ihre Oberarme und er zog sie zu sich. Seine Augen waren so tödlich dunkel und unentrinnbar wie der Ozean an seiner tiefsten Stelle.
„Das sind die Bedingungungen“, sagte er mit gefährlich leiser Stimme. „Das Mädchen ist ins Wasser gegangen um zu sterben. Das Mädchen überlegt es sich im letzten Moment anders. Zu spät. Doch dann kommt der Wassermann und macht das Mädchen zu seiner Rusalka. Es lebt für immer und ewig in den grünen Fluten der Seen und Gewässer, es kennt keine Ängste mehr, keine Entbehrungen. Es schwimmt mit den Fischen, spielt mit den Sonnenstrahlen unter den Wellen. Und manchmal spielt es mit einem Jüngling am Ufer. Es singt für ihn, betört ihn, verlockt ihn, zieht ihn zu sich herab. Und der Wassermann bekommt seine Seele.“
Sebastian verliebt sich in True, eine Rusalka. True muss für Marinus, den Wassermann Seelen sammeln. Sebastians Seele käme da gerade recht …
Wenn es draussen sommerlich warm ist, kann ich hier drin in aller Ruhe in kühles Blau abtauchen. So ein Autorendasein hat auch Vorteile. 😉
Im Moment überleg ich allerdings gerade, wie man einen Wassermann am besten töten kann…