Ein Kaffee für Carola?

Ein Kaffee für Carola?

(Oder. Warum ich mich über deine Unterstützung freue)

Ein Kaffee für Carola, hörst du und sagst, na klar, gerne. Und dann kommst du ins Grübeln. Warum eigentlich?

Damit ich mich in Cafés herumlümmeln, vor meinem Laptop sitzen, Cappuccino trinken und malerisch-verträumt-kreativ aus dem Fenster gucken kann (das gibt dann ein Foto von der Sorte, die sich besonders gut auf Instagram macht)?

Hm.

Gehst du wirklich davon Kaffee trinken?

Also, ich schreibe und arbeite hin und wieder tatsächlich sehr gerne in Cafés (oder auch mal in Bibliotheken). Das ist eine willkommene Abwechslung vom heimischen Schreibtisch, es gibt bunte und vielfältige Anregungen, und so sind schon manche tollen Shortstorys entstanden. Aber natürlich gibt es noch ganz andere, dringendere Ausgaben.

Was hast du denn für Ausgaben, du sitzt doch sonst nur am Schreibtisch?

Das ist natürlich richtig, da braucht es nur Laptop und ein Schreibprogramm. Aber dann kommt noch so einiges dazu: Website, Software, Fachliteratur, Internet- und Telefongebühren, Büromaterial, Porto, Kontoführung, Reisekosten für Buchmessebesuche (z.B. in Leipzig), Drucker, Bibliotheksgebühren. Dazu noch Fortbildungen und Schreibseminare. Und ohne Marketing und Markenaufbau geht heutzutage gar nichts mehr, das setzen die Verlage mittlerweile fast schon voraus. Viele kleine Sachen, die sich ganz schön summieren.

(Da geht es mir so, wie Timo Leibig es in seinem hervorragenden Artikel Wirtschaftlicher Erfolg als Verlags-Autor*in in der Belletristik? Ist das überhaupt möglich? beschrieben hat.)

Verkaufst du denn deine Bücher nicht?

Doch, durchaus (hin und wieder ;-)). Aber die wenigsten Autoren setzten so viele Bücher um, dass sie von ihrem Schreiben auch leben können (in Deutschland gerade mal 2%).

Eine Beispielrechnung:

In aller Regel erhält eine Autor*in für einen Roman, der als Taschenbuch herauskommt, 5 % des Nettoladenpreises. Auf dem Preisschild eines Buches ist der Bruttoverkaufspreis zu sehen. Der wird fällig, wenn das Buch über die Ladentheke geht. Zieht man davon die in Deutschland für ein Buch üblichen 7 % Mehrwertsteuer ab, so erhält man den Nettoladenpreis. Das heißt konkret: Wird ein Taschenbuch im Laden mit 9,99 € verkauft, liegt der Nettoladenpreis bei 9,33 €. Von jedem verkauften Exemplar erhält die Autor*in 5 % Honorar – in diesem Fall also 46 Cent.

(Mehr Beispiele in Was verdient man mit einem Buch?)

Das gilt für Verlagstitel. Wenn ich meine Bücher in Eigenregie, also ohne Verlag, als Selfpublisherin herausgebe, dann ist meine Gewinnspanne etwas größer. Dafür wachsen meine Ausgaben: Cover, Lektorat, Korrektorat; alles was sonst der Verlag übernimmt, muss ich dann selber bezahlen.

Ohne meine kleine Rente (z.Zt. 780 Euro pro Monat), würde ich in arge Schwierigkeiten geraten. Und selbst mit ist es nicht einfach. Schon allein die Kosten für einen simplen Volkshochschulkurs strapazieren mein monatliches Budget sehr.

Was geschieht mit meiner virtuellen Kaffeespende?

Ich sammele sie in meiner virtuellen Kaffeekasse solange, bis ich größere Ziele erreicht habe. Zum Beispiel die Finanzierung meines Writers Coaching Kurses (an der Volkshochschule) oder der Besuch der Leipziger Buchmesse.

Und warum Ko-Fi?

Anders als bei anderen Crowdfunding Plattformen (z.B. Patreon) ist Ko-Fi in der Grundversion kostenlos. Das heißt, die Einrichtung und der Betrieb kosten mich nichts und deine Unterstützung kommt direkt bei mir an, ohne irgendwelche Abzüge.

Wieso machst du das Ganze eigentlich überhaupt? Setz dich doch zur Ruhe und gucke Netflix?

Ich liebe das Schreiben und Geschichtenerzählen einfach viel zu sehr. Figuren zu erfinden, die es vorher nicht gegeben hat und sie die phantastischsten Abenteuer erleben zu lassen, und dann von Leser*innen zu erfahren, dass sie mitgefiebert, mitgelitten und mitgelacht haben, ist einfach großartig. Ich wünsche mir nichts anderes.

Oder, wie Timo Leibig sagt:

Weil wir erzählen wollen. Weil Geschichten essenziell sind. Ein Kulturgut. Man stelle sich die Welt ohne Geschichten vor. Wir traurig wäre das?

Sehr.

Solltest du noch weitere Fragen haben, dann immer her damit. Und ansonsten, nun, du weißt ja, ich freue mich über einen Kaffee.

Ein Kaffee, das scheint so eine kleine Sache zu sein. Aber, wie wir alle wissen, kann aus vielen kleinen Sachen schnell eine ganz große werden.

Mit deiner Unterstützung nimmst du mir eine Last von meinen Schultern. Du hilfst mir, mein Handwerk zu verbessern, mich mit anderen Autor*innen auszutauschen und neue Anregungen zu finden. Du machst meinen Kopf frei für mehr phantastische Geschichten und Abenteuer, die ich dir gerne erzählen möchte.

Und wenn wir uns mal auf der Buchmesse in Leipzig über den Weg laufen sollten, dann trinken wir einen echten Kaffee zusammen.

Danke.